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Dass viele ältere Menschen schlechter hören und zunehmend vergesslicher werden ist teilweise auch ein Vorurteil, das sich auf die Selbstwahrnehmung von Senioren auswirkt und so zu einer Art selbsterfüllenden Prophezeiung wird. Denn glauben ältere Menschen diesem Vorurteil, haben sie weniger Vertrauen in ihre eigenen Hör- und Gedächtnisfähigkeiten und schneiden bei Tests auch schlechter ab. In einer Untersuchung hat man den Zusammenhang zwischen der Vorstellung vom Älterwerden, der Selbstwahrnehmung und tatsächlichen Fähigkeiten untersucht, wobei sich zeigte, dass die Gefühle gegenüber dem Älterwerden die sensorischen und kognitiven Funktionen von Menschen beeinflussen. Ursache für solche Gefühle sind dabei häufig weitverbreitete Klischees über das Älterwerden und Kommentare über das schlechter werdende Hören und Erinnerungsvermögen aus dem persönlichen Umfeld.

Man hat herausgefunden, dass ältere Menschen auch deshalb mehr vergessen, weil sie ihr Gedächtnis mit zu viel unwichtigen Informationen belasten. Jüngere Menschen verfügen über eine größere Fähigkeit, Unwichtiges zu vergessen und ihr Gedächtnis auf das Wesentliche zu konzentrieren, wobei diese Fähigkeit mit zunehmendem Alter abnimmt, und ältere Menschen sich an Wichtiges und Unwichtiges gleich gut erinnern.

Untersuchungen mit einem Computermodell zeigten, das menschliche Gehirn im Alter zwar langsamer arbeitet, was zum Teil auch daran liegt, dass es im Laufe der Zeit mehr Wissen gespeichert hat. Ramscar et al. (2014) erstellten Computermodelle, die menschliches Verhalten in Tests zur kognitiven Fähigkeit vorhersagen und auswerten können. Speisten sie nur wenige Datensätze in den Computer ein, ähnelte seine Leistung der von Jugendlichen. Benutzten sie jedoch sehr große Datensätze, um die Erfahrung eines ganzen Lebens zu simulieren, war die Leistung des Computers der eines Erwachsenen vergleichbar. Der Grund für diesen Unterschied war nicht, dass die Leistungsfähigkeit des Computers nachgelassen hatte, sondern er wurde langsamer, weil er mehr Informationen verarbeiten musste. Dieses Ergebnis zeigte sich auch bei Tests mit dem paired-associate learning-Test bei älteren und jüngeren Menschen. Die Probanden mussten dabei Wortpaare wie oben/unten oder Krawatte“/Knallbonbon einstudieren. Zwar konnten Jugendliche sich Wortpaare wie oben/unten besser merken als Wortpaare wie Krawatte/Knallbonbon, weil diese im Sprachgebrauch häufiger gemeinsam auftreten. Aber insgesamt prägten sie sich Wortpaare unabhängig davon ein, ob sie zusammen Sinn ergaben – es machte für sie wenig Unterschied ob Knallbonbon in Zusammenhang mit Krawatte oder mit einem anderen Wort erschien. Die Erwachsenen hingegen merkten sich in dem Test zusammenpassende Wortpaare leichter als unsinnige Zusammenstellungen – sie hatten im Laufe ihres Lebens ein besseres Verständnis dafür entwickelt, wie Wörter im Sprachgebrauch zusammengehören. Das liegt daran, dass man, um eine Sprache richtig zu verwenden, vermeiden muss, Begriffe zusammenzubringen, die zwar plausibel erscheinen, aber nicht zusammenpassen. Das können Erwachsene aufgrund ihrer Lebenserfahrung besser. Das Gehirn älterer Menschen wird nicht leistungsschwacher, sondern es weiß einfach mehr.

Die Wissenschaftler trainierten den Computer schließlich mit riesigen linguistischen Datensätzen, wobei sie auch zeigten, dass standardisierte Wortschatz-Tests, wie sie in Altersstudien häufig verwendet werden, die Wortschatzgröße von Erwachsenen massiv unterschätzen. Deshalb werden generell auch die Ursachen für die längere Suchdauer im Gedächtnis unterschätzt, denn man muss berücksichtigen, wie Erfahrungen den Raum des Gedächtnisses vergrößern, der bei einer Abfrage durchsucht werden muss.


In zeitblüten Newsletter vom 26. Juli 2013 fanden sich einige hilfreiche Hinweise, wie man nicht nur als Seniorin oder Senior vorgehen sollte, wenn man etwas verlegt hat und es trotz langem Suchen nicht finden kann. Wenn man vergessen hat, wo der Gegenstand sein könnte bzw. wo man etwas vielleicht liegen gelassen oder gar verloren hat. Hier einige gute Strategien vor allem gegen das Verlegen von Dingen:

Quelle & Literatur

Ramscar, Michael, Hendrix, Peter, Shaoul, Cyrus, Milin, Petar & Baayen, Harald (2014). The Myth of Cognitive Decline: Non-Linear Dynamics of Lifelong Learning. Topics in Cognitive Science, 6, 5-42.

zeitblüten Newsletter vom 26. Juli 2013

 

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