Tipps für Seniorinnen und Senioren


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Aktiv Altern durch ein positives Altersbild

Älter zu werden, ist die einzige Chance länger zu leben.
Christa Lörcher




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Studien zeigen, dass Menschen bis zum Alter von 75 Jahren und darüber hinaus psychisch und physisch gesund bleiben können, was auf folgende Faktoren zurückzuführen ist: Aktivität, Gesundheitsbewusstsein, Weiterbildung, wissensintensive, zeitflexible und freudvolle Arbeitsplätze und positive Gedanken und Einstellungen gegenüber dem Altern.

Es zeigte sich in den Studien auch, dass positive Altersbilder gesund halten, während negative Altersbilder krank machen. Die Wirkungskette verläuft dabei als selbsterfüllende Prophezeiung:

Dreh- und Angelpunkt der selbsterfüllenden Prophezeiung ist, dass das negative Altersstereotyp in konkretes, der Gesundheit abträgliches Verhalten umgesetzt wird, d. h., mehr sitzen, weniger laufen.

Ein positives Altersbild wirkt hingegen in entgegengesetzter Richtung, indem man trotz Beeinträchtigung viel läuft.

Altersbilder wirken dabei langfristig, denn Menschen, die negativ über das Alter denken, zeigen viele Jahre später häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen, können sich weniger merken und sterben früher als jene, die dem Alter gegenüber positiv eingestellt sind. Entscheidend ist dabei, dass die Menschen mit positivem Altersbild trotz gesundheitlicher Beschwerden aktiv bleiben, Sport treiben und spazieren gehen, denn alles verlangsamt die körperlichen Abbauprozesse.

Das Alter kann wie alle anderen Phasen des Lebens auch eine Phase der Selbstverwirklichung sein, denn man kommt durch die zusätzliche Freizeit mehr zu sich selbst, ist ausgeglichener, fühlt sich besser. Mitunter tut einem zwar auch etwas weh, aber das ist kein Grund, weniger aktiv zu sein. Es macht Spaß, sich trotzdem zu beweisen, dass man etwas kann, sodass Neues auszuprobieren und kreativ zu sein, zum Altern dazugehört.

Übrigens: Auch die Familie, aber auch Ärzte und Pflegepersonal nehmen mitunter die Krankheit Älterer als ihrem Alter geschuldet wahr und unterschätzen so ihre Möglichkeiten, sodass Ältere nicht mehr in den Genuss wirksamer Angebote kommen.

Zahnhygiene im Alter wichtig

Bei der Analyse der Daten von insgesamt 3166 Teilnehmern und Teilnehmerinnen der "English Longitudinal Study of Ageing" (ELSA) von Tsakos et al. (2014), die entweder 60 oder älter waren, zeigte sich, dass bei ProbandInnen, die keine eigenen Zähne mehr hatten, deren Leistungen in Gedächtnis- und Schritttempotests beinahe um zehn Prozent schlechter waren als jene, die noch ihre eigenen Zähne hatten. Die Wissenschafter berücksichtigten dabei auch einige weitere mögliche Faktoren für den Verfall der geistigen und körperlichen Fitness in Betracht, um alle Zufälligkeiten auszuschließen, etwa Rauch- und Trinkgewohnheiten, schlechte Ernährung und auch andere existierende Gesundheitsprobleme. Dennoch blieb das Ergebnis das gleiche: Menschen ohne Zähne fehlt es an Fitness, was vor allem bei den 60- bis 75-jährigen Testpersonen erkennbar war, weniger bei den Personen, die älter als 75 sind. Man muss diese Ergebnisse allerdings auf dem sozioökonomischen Hintergrund der Probanden betrachten, denn Bildung und Reichtum sind wesentliche Faktoren, um Mundhygiene und Zahngesundheit der ärmsten Bevölkerungsschichten zu verbessern.

Abwechslung vs Monotonie

Der Mensch bzw. sein Gehirn altert übrigens weniger wegen der Zeit als wegen der Umstände, denn bei Menschen, die jahrelang monotone Aufgaben erledigen, führt diese Form des Arbeitens zu einem vorzeitigen Altern einiger Hirnfunktionen. Handwerker haben es etwa im Vergleich mit Fließbandarbeitern besser, denn meist ist deren Arbeit relativ vielseitig, sie müssen immer wieder neue Problemlösungsstrategien entwickeln, was das Gehirn rege hält und damit auch die Arbeitsfähigkeit länger erhalten bleibt. Die Alterung des Gehirns führt zu Veränderungen von mentalen Fähigkeiten, denn bei vielen Älteren lassen etwa die Suchfähigkeit, das logische Denken und vor allem die Gedächtnisleistung nach, wobei Zeitdruck und Störreize sich besonders bei älteren Menschen negativ auswirken. Ältere Menschen, die ihr Gehirn fit halten, arbeiten meist sehr genau, haben oft mehr Überblick als Jüngere, besitzen ein großes Erfahrungswissen, sind bei der Arbeit fokussiert und machen weniger Fehler. Auch steigt mit den Jahren meist die emotionale und soziale Intelligenz. Da das menschliche Gehirn Herausforderungen braucht, ist es sinnvoll, sich selbst immer wieder neue Aufgaben und Arbeiten zu geben, Aufgaben rotieren zu lassen und sich nicht auf dem auszuruhen, was man erreicht hat.

Wenn die Zeit zu schnell vergeht …

Gedächtnisinhalte wie Erinnerungen an Erlebnisse machen das Gefühl für die Dauer von Zeit aus, wobei es um alltägliche Routinen geht, denn Tage, an denen immer dasselbe passiert, die wenig Überraschungen bringen, werden im Nachhinein als schnell vergangen empfunden. Das Gedächtnis speichert an solchen Tagen, Wochen oder Monaten keine Besonderheiten ab, die Zeit schrumpft vor allem rückblickend zusammen. Wer aber wie Kinder und Jugendliche viele neue Dinge ausprobiert und vieles zum ersten Mal macht, wird diese Zeit als langsamer und ausgefüllter empfinden und auch später so erinnern. Vor allem in Kindheit und Jugend erleben Menschen viel Neues und Ungewohntes, deshalb erscheint diese Zeit den meisten Menschen als länger dauernd als die späteren Jahre. Aufstehen, zur Arbeit gehen, ein routinierter Tag im Büro, Abendessen, Fernsehen – wenn Tag um Tag gleich verstreichen, erscheint die Zeit im Nachhinein als nichts Besonderes, sie ist nicht erinnerungswert, sodass Tage, Wochen, Monate und sogar Jahre wie im Flug vergehen. Aber für auch ältere Menschen gibt es ein Gegenmittel: Neues erleben. Wer als älterer Mensche dafür sorgt, immer wieder Überraschungen in sein Leben einzubauen, etwa indem er ein neues Hobby beginnt oder einer Sprache erlernt, kann die gefühlte Zeit für sich selber verlangsamen.

Sexualität im Alter hält jung

Übrigens schneiden ältere Menschen, die im letzten Jahr im Schnitt einmal in der Woche sexuell aktiv waren, bei verbalen und visuellen Tests besser ab als Menschen, die weniger aktiv sind. Man vermutet, dass dies durch soziale oder physiologische Faktoren bewirkt wird, wobei vor allem die Ausschüttung der Hormone Dopamin und Oxytocin bei Erregung und Orgasmus eine wichtige Rolle spielen dürften. Eine verstärkte Dopamin-Ausschüttung hat vor allem schützende und fördernde Effekte auf das Arbeitsgedächtnis und die geistigen Funktionen bei älteren Erwachsenen (Wright et al.. 2017).

Senioren und neue Medien

In der Schweizer Studie "Digital Ageing: Unterwegs in die alterslose Gesellschaft" ging man der Frage nach, wie sich das Leben gestalten wird, wenn man alt ist? Nach einer früheren Ansicht der Wissenschaft war das Alter eher der Übergang vom Wachstum der eigenen Fähigkeiten zu deren Bewahrung, doch das Pensionsalter wird von der aktiven Babyboomer-Generation neu gestaltt, wobei vor allem technische Entwicklungen wie die neuen Medien zu einem Umbruch beitragen. In der Studie wurden vier Szenarien der Zukunft dieser neuen Generation beschrieben, die die Betroffene selbst mitgestalten können:

Die klassisch Alternden (Conservative Ageing) wollen ihre Fähigkeiten bewahren und nutzen keine neuen Technologien, d. h., sie sind unflexibel und lassen kaum Innovationen zu, übernehmen aber wichtige soziale Aufgaben wie die Enkelbetreuung.

Die Durchstarter (Rebel Ageing) nutzen neue Technologien, um in der analogen Welt mehr zu erleben, und investieren Energie in unternehmerische und gemeinnützige Aktivitäten.

Die Bewahrenden (Predictive Ageing) nutzen die neuen Technologien für ihre Gesundheit und legen den Fokus auf das körperliche Wohlergehen, was aber ihre Solidarität gegenüber anderen Menschen, die weniger gesund lebe,n vermindert.

Die Progressiven (Ageless Ageing) schließlich erhoffen sich von der Technologie die Überwindung biologischer Grenzen wie Krankheit und Tod, was völlig neue Herausforderungen für den Einzelnen wie die Sinnsuche mit sich bringt.


Die Enkel als Hilfe für das Jungbleiben im Alter

In einem Artikel der Leipziger Volkszeitung wird neben den bei uns genannten Tipps für ein gutes Gedächtnis im Alter unter dem Titel "Die Enkel hüten" darauf hingewiesen, dass auch die Enkel einen wichtigen Beitrag zur geistigen und körperlichen Fitness ihrer Großeltern leisten können. Dort heißt es: "In einer australischen Studie wurden 186 Frauen im Alter von 57 bis 68 Jahren untersucht, bei der Wissenschaftler herausfanden, dass regelmäßiges Hüten der Enkel chronischen Erkrankungen wie Demenz und Alzheimer vorbeugen kann. Zudem bietet die Beschäftigung mit Enkeln die Möglichkeit, immer wieder Neues zu tun, gemeinsam zu singen und Spiele zu spielen. All das sorgt für eine angemessene mentale Auslastung, die möglichem Verschleiß entgegenwirken kann. Und denken sich Oma und Opa dann noch selbst Geschichten für die Enkel aus, ist das wohl beste Training für den Geist."


Quellen & Literatur

Klusmann, V. (2014). Selbsterfüllende Prophezeihungen? Wie Altersbilder unser Gesundheitsverhalten bestimmen und warum das Zusammenleben der Generationen neu gestaltet werden muss. Workshop zum Landestag der Psychologie 2014 am 12. Juli 2014 in Stuttgart.

Interview mit Michael Falkenstein von Barbara Oberst.

Tsakos, G., Watt, R. G., Rouxel, P. L., de Oliveira, C. & Demakakos, P. (2014). Tooth Loss Associated with Physical and Cognitive Decline in Older Adults. Journal of the American Geriatrics Society, 1532-5415.

Wright, H., Jenks, R. A. &Demeyere, N. (2017). Frequent Sexual Activity Predicts Specific Cognitive Abilities in Older Adults. J Gerontol B Psychol Sci Soc Sci, doi: 10.1093/geronb/gbx065.

So werden wir im Alter leben: Schweizer Studie zeigt Zukunftsmodelle auf. OÖN vom 23. Oktober 2015

 

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